Am Mittwochabend, kurz vor 20 Uhr, endete eine Ära beim FC-Astoria Walldorf. Zahlen, die absurd klingen, sind für Willi Kempf und sein Lebenswerk Standard. Seit über einem halben Jahrhundert, genau genommen seit 53 Jahren, ist der gebürtige Walldorfer Fußballfunktionär in seiner Heimatstadt tätig – seit 48 Jahren als 1. Vorsitzender. Vor der Fusion der beiden Walldorfer Vereine war er von 1969 bis 1995 bei der SG Walldorf Astoria aktiv, seit 2004 ist er Präsident des FC-Astoria Walldorf.
Mit nun 85 Jahren hat er sich entschieden, kürzerzutreten und sein Präsidentenamt abzugeben. Am Mittwochabend fand daher eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Clubhaus „Pizzeria Astoria“ statt. Das dabei neu gewählte FCA-Präsidium setzt auf die Kontinuität und Vereinstreue, die Kempf seit weit über einem halben Jahrhundert auszeichnen.
Matthias Born, der von 2014 bis 2025 Trainer des Regionalligisten war, wurde zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Roland Dickgießer und Jürgen Feil fungieren als seine Stellvertreter, Christoph Huber ist der neue Schatzmeister.
Neben Born, der wie Feil gebürtiger Walldorfer ist und ebenfalls hier aufgewachsen ist, verfügen auch die beiden anderen Präsidiumsmitglieder über eine fußballerische Vergangenheit in Walldorf. Huber spielte in der Walldorfer 1. Mannschaft. Dickgießer war Trainer und Sportlicher Leiter der Regionalligamannschaft und ist dem FCA seit zwei Jahrzehnten fest verbunden.
„Nachdem für mich klar gewesen ist, dass ich nicht mehr als Trainer aktiv sein würde, ist der Gedanke in mir gereift“, sagte Born über den Prozess, an dessen Ende er schließlich überzeugt war, das Präsidentenamt übernehmen zu wollen. Der 54-Jährige ergänzte: „Als ich darauf angesprochen wurde, habe ich gespürt, dass ich große Lust darauf habe.“
Für den Walldorfer schließt sich somit ein Kreis. Jugendspieler und Spieler der 1. Mannschaft, Jugendvorstand und später Trainer der Ersten – das Präsidentenamt füllt quasi die letzte noch übrige Lücke in Borns Tätigkeitsumfeld innerhalb des FCA-Fußballs. „Ich freue mich sehr, die Aufgaben innerhalb eines Vereins jetzt noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen zu dürfen. Wir verstehen uns im Präsidium als Team und sind schon gespannt, wie wir als neues Präsidium dem Klub helfen können“, so der neue Präsident.
Sein Vorgänger zeigte sich glücklich über die Nachfolge. „Das passt sehr gut mit Matze, Roland, Jürgen und Christoph. Sie werden das richtig gut machen“, sagte Kempf.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird dem FCA-Urgestein eine weitere besondere Ehre zuteil. Die Stadt Walldorf würdigt seine Lebensleistung für den Walldorfer Fußball und die Jugend, indem sie den Fußweg südlich des Sportzentrums am Dietmar-Hopp-Sportpark des FC-Astoria zwischen dem AQWA-Hallenbad und der Heidelberger Straße in „Willi-Kempf-Weg“ tauft.










