Walldorf glücklos gegen Fürth

22-02-2023

Selbst mit einem Sieg wäre die Chance auf den Klassenerhalt nur noch von theoretischer Natur gewesen. Nun können sich die U17-Fußballer des Anpfiff ins Leben Partnerverein FC-Astoria Walldorf auf den bevorstehenden Abstieg aus der Junioren-Bundesliga einstellen. Am Samstag unterlagen sie der SpVgg Greuther Fürth mit 1:4 (1:2).

Die Voraussetzungen waren für beide Teams unmissverständlich. Egal wie, es musste ein Sieg gelingen. Während dem Walldorfer Nachwuchs neun Punkte auf das rettende Ufer fehlten, klaffte für die Fürther bereits eine Lücke von 13 Zählern auf, wobei sie noch ein Spiel in der Hinterhand haben. Da sonst aber nur eine weitere Partie bereits an diesem Wochenende stattfand, drohte nur den Fürthern der sichere Abstieg.

Von Beginn an waren die Gastgeber auf ihrem Kunstrasen um Spielkontrolle bemüht, doch schon in den Anfangsminuten machten die Kleeblätter deutlich, dass sie sie keine Laufkundschaft sein würden. Sie hatten sich eine klare Taktik zurechtgelegt und diese sah blitzschnelles Umschalten nach Ballgewinn vor. Beinahe jeder Konter hatte einen Torabschluss zur Folge, weshalb das 0:1 alles andere als überraschend zu Stande kam.

Yannick Sachs, einer der Besten auf dem Platz, erzielte die wunderschöne Gästeführung. Am Ende eines Konters zog der rechte Außenverteidiger nach Innen und beherzt mit seinem linken Fuß ab. Aus rund 20 Metern flog die Kugel wie an der Schnur gezogen in den oberen linken Winkel (18. Spielminute).

Auf das Spielgeschehen hatte der Treffer keinerlei Einfluss. Der FCA bemühte sich weiter um Sicherheit und gleichzeitige Kontrolle, die Franken kannten nach Ballgewinn nur eine Richtung und zwar schnurstracks nach vorne. Zwei weitere Weitschüsse brachten um ein Haar das 0:2. Einmal streckte sich Walldorfs Torhüter Marcel Jazwinski sehenswert (28.) und auch fünf Minuten darauf hatte der Keeper die Fingerspitzen dran, als er einen strammen Schuss an die Querlatte lenkte.

Auf der anderen Seite verbuchten die ganz in weiß gekleideten Gastgeber ebenfalls ein paar Abschlüsse, ohne dass diese aber annähernd die Gefährlichkeit von Greuther Fürth ausstrahlten. Deshalb fiel das 0:2 nicht unverdient. Fabio Rost blieb nach einem Abpraller nervenstark und versenkte die Kugel platziert im langen Eck (37.).

„In der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen“, sagte Walldorfs Trainer Meik Spieler und präzisierte, „Fürth war viel aggressiver, wir haben jeden Zweikampf verloren, haben nicht richtig nachgeschoben und waren schlichtweg nicht spritzig genug.“

Ein gänzlich anderes Bild bot sich den rund 100 Zuschauern in der zweiten Hälfte. Die Gastgeber agierten nun um einiges sicherer im Passspiel und unterbanden auf diese Weise viele Konter bereits im Entstehen. Nachdem ein Weitschuss auf dem Tornetz landete (50.), durfte der FCA fünf Minuten später jubeln. Yannick Boakye stand im Zentrum goldrichtig und verwertete eine punktgenaue Hereingabe zum 1:2. „Da waren wir dran und hätten durchaus das 2:2 erzielen können“, sagte Spieler zur folgenden Drangphase.

Von nun an brannte es nämlich lichterloh im Fürther Strafraum. Die Walldorfer drangen vehement auf den Ausgleich, zwischen Minute 60 und 70 verging kaum eine Zeigerumdrehung, in der sie keinen Torabschluss zu verzeichnen hatten. Die Gäste verteidigten ihre knappe Führung mit Glück und Geschick, die Entscheidung gelang ihnen – wie auch sonst – nach einem Konter. Der eingewechselte Jayden Juranovic besorgte das 1:3 (85.) und Jonah Schildbach nur zwei Minuten darauf den 1:4-Endstand.

„Das geht so in Ordnung für die Fürther, wir hatten es über 90 Minuten einfach nicht verdient etwas zu holen“, gab es laut dem Walldorfer Coach nichts auszusetzen an der Rechtmäßigkeit der Niederlage.

Für seine Elf ist die Bundesliga nur noch durch ein Wunder zu halten. Aus den drei verbleibenden Spielen gegen den VfB Stuttgart am kommenden Samstag, beim TSV 1860 München am 4. März und gegen den FC Bayern München am 11. März muss die Spieler-Elf drei Siege einfahren und gleichzeitig auf reihenweise Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

„Das ist natürlich Wunschdenken. Wir wissen die Situation realistisch einzuschätzen und werden mit unserer U17 nächste Runde wieder in der Oberliga angreifen“, verspricht Spieler.

FC-Astoria Walldorf: Jazwinski – Parisi, Faßmann, Söylemez, Steichel – Malaj (40. Siontis), Ebert (76. Nees), Mepitnjuen, Gialamatzis (83. Ebner) – Stodulka (46. Tarlea), Boakye.

SpVgg Greuther Fürth: Hüttl – Sachs, Teissier, Mild, Seuffert – Schwarzer (90. Barisic), Engel (67. Steinheil), Cinar (79. Schildbach), Marita – Rost (90. Sahin), Waldorf (79. Juranovic).

Schiedsrichter: Sahin Dündar (Oberbexbach). Zuschauer: 100. Tore: 0:1 Sachs (18.), 0:2 Rost (37.), 1:2 Boakye (55.), 1:3 Juranovic (85.), 1:4 Schildbach (87.).

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