PORTRAIT

HANS MICHELBACH

Der FC-Astoria Walldorf hat seit über 25 Jahren ein richtiges Urgestein in seinen Reihen. Hans Michelbach, vor 74 Jahren in Ungarn geboren, ist er seit 1980 in verschiedensten Rollen beim Walldorfer Fußballverein tätig. Die längste Zeit davon ist er bekanntlich unser zuverlässiger Physiotherapeut der 1. Mannschaft. In den Anfangsjahren war er jedoch gemeinsam mit Heinz Sorg erst B-, dann A-Jugendtrainer, bis er sich 1985 dafür entschied, sich weiterzubilden und ein halbes Jahr in Mainz die Ausbildung zum Sportmasseur absolvierte. In seiner Zeit beim 1. FC 08 Walldorf und dem FC-Astoria Walldorf (ab 1995) hat Hans viele Menschen kommen und wieder gehen gesehen. Mit einer kurzen Unterbrechung Anfang der 90er Jahre ist er dem Verein treu geblieben.

Hans kickte früher selbst in Rumäniens erster Liga (von 1959 bis 1962). Von seinen Großeltern aufgezogen, folgte er damals seinem Onkel nach Deutschland. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bayern, zog es ihn relativ früh schon nach Walldorf. Die Liste der Trainer, für die Hans in Walldorf tätig war und immer noch tätig ist, liest sich lange: Alles begann mit Fritz Wolf und dem Aufstieg 1985 in die Verbandsliga. Auf ihn folgten Alwin Fuchs aus Karlsdorf und Eckhard Prinz. Hans erinnert sich an die Zeiten unter Prinz: „Immer nach den Heimspielen gab es einen 5 Liter-Bierkrug für die Mannschaft.“ Danach kam Klaus Martini (1989), mit ihm beobachtete er viele Spiele in Kaiserlautern, Pforzheim und Umgebung, immer unterwegs mit Martinis Porsche. Aus dieser Zeit erinnert sich Hans an viele schöne Abende bei Peter Steinmann in der Walldorfer Hauptstraße: „Martini holte gemeinsam mit Spielleiter Anton Nagl damals viele gute Spieler.“ Nach Martini kam der ehemalige Bundesligaspieler Klaus Funk (1991), jedoch nur für ein halbes Jahr, es folgte der Abstieg in die Landesliga. Gerd Ortlieb übernahm und blieb eineinhalb Jahre, danach wechselte er zum Kuwaitischen Fußballverband und wurde Nationaltrainer. Hans erinnert sich an ein Freundschaftsspiel in Walldorf gegen die Nationalmannschaft von Kuwait: „Ich glaube wir haben 5:0 oder 6:0 verloren.“

Jürgen Weise und Erwin Teufel folgten, in diesem Zeitraum verließ Hans kurz Walldorf, um anderen Vereinen zu helfen (u.a. Wiesental und Sandhausen). Raimund Lietzsau holte ihn jedoch nach nur einem Jahr zurück. Aus dieser Zeit erinnert sich Hans speziell an Torjäger Rafael Hermida freudig zurück. 1995 fusionierten die Vereine 1. FC 08 und die SG Astoria dann zum FC-Astoria Walldorf. Auf Lietzsau folgte 1998 Rüdiger Menges, der Trainer unter dem Hans am längsten arbeitete (knapp sieben Jahre). 2004 drohte trotz sportlichem Erfolg in der Verbandsliga die Insolvenz. Dank der großen Unterstützung von Dietmar Hopp konnte diese damals abgewendet werden. Mit Willi Schöneck und einer stark verjüngten Mannschaft wurde ein Neustart gemacht, es folgte Gernot Jüllich, der mit einer sensationellen Rückrunde noch den Klassenerhalt schaffte. Nach Jüllich kam Roland Dickgießer, der in der Saison 2006/07 in die Oberliga aufstieg. Guido Streichsbier übernahm 2011 und stieg 2014 gar in die Regionalliga Südwest auf, seither ist Matthias Born Cheftrainer der 1. Mannschaft. Besonders beeindruckt war Hans von den Trainerfähigkeiten von Streichsbier: „Er war nicht laut, aber auch nicht leise, er hat viel Fußballkompetenz und ist verdient heute Nationaltrainer der Deutschen U19-Nationalmannschaft.“

Welche Spieler sind Hans besonders in Erinnerung geblieben? Es waren die Spieler, die von Walldorf aus zu Profi- bzw. Bundesligaspieler wurden: Bernd Schindler (1984-87), Andreas Gaber (1991-93) und Matthias Born (1995-97). Legendär sind auch seine Ansprachen auf den Vereinsfeiern, wenn das Publikum lautstark „Hans, Hans, Hans“ ruft, um seine Dankesreden frenetisch zu feiern.

Hans Michelbach ist die gute Seele des FC-Astoria Walldorf, und wir alle hoffen, dass er das auch noch lange bleibt.

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